Adieu Eyneburg (2016)

Was geht woanders?

Adieu Eyneburg (2016)

Beitragvon Norbert von Thule » 28.04.2015, 09:55

Gestern in der Euregio Aachen:
Adieu Eyneburg oder wie ein Kulturgut für die Allgemeinheit für immer verschwindet

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Die Eyneburg in Hergenrath bei Kelmis ist eines der bedeutendsten historischen Gebäude in der Euregio.
Hoch über der Göhl ist sie ein wichtiges geschichtliches Zeugnis dafür, dass in der Region Ostbelgiens nicht nur Burgen in Ebenen gebaut wurden, wo sie typischer Weise mit Wassergräben umzogen wurden. Sondern auch sogenannte Höhenburgen.
Sie ist eins der wichtigsten Zeungnisse mittelalterlichsten Baukunst in der Region Aachen.
Als ehemaliges Lehen des Aachener Marienstifts war die Eyneburg bei ihrer ersten urkundlichen Erwähnung 1260 bereits eng mit der Kaiserstadt Aachen verbunden.
Umso verwunderlicher ist es, dass nicht alle Bemühungen der lokalen Politiker erfolgen, dieses wichtige Kulturgut für die Allgemeinheit zu erhalten.
Derzeit versucht die Stadt Kerkrade das geschichtliche Zeugnis über einen Immobilienmakler veräußern zu lassen. Geplant sind Luxuswohnungen. Wenn dies geschieht, ist die Geschichte dieser Burg als Kulturgut für die Menschen in der Region für immer verloren.
Keiner käme auf die Idee ähnlich historisch wichtige Bauten, wie z.B. das Aachener Rathaus oder die Frankenberger Burg rein wirtschaftlich zu betrachten.
Beispiele wie verantwortungsvolle Menschen europäische Burgenkultur erhalten zeigen die Grafen von Merode mit Schloss Merode oder die Gräfin Beissel mit Burg Satzvey mehr als deutlich.
Auch in Niederau haben sich kulturverantwortliche Bürger zusammen gefunden und mit Politik und Verwaltung eine Lösung zum Erhalt von Schloss Niederau gefunden.
Die Burg Rode wurde auch nicht für finanzielle Interessen geopfert, sondern für die Nachwelt erhalten.

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Konzepte, wie die Burg genutzt werden könnte, lagen also faktisch vor der Haustüre. Das die Marketingkonzepte rund um historische Burgen funktionieren und ein finanzstarkes Publikum in der Mittelalter Szene vorhanden ist und auch kulturelle Veranstaltungen Besucher anziehen, hätte man sicherlich in Gesprächen mit den Verantwortlichen von Burg Rode, Schloss Merode und Satzvey so wie Niederaus erfahren können.
Die Bevölkerung hat eine starke Bindung an die Eyneburg, die auf Grund einer Sage liebevoll Emma Burg genannt wird. In dieser Sage heißt es, dass eine Tochter Karls des Großen, Emma, mit ihrem Geliebten die Eyneburg dazu nutze, sich heimlich und und in Ruhe treffen zu können.
Doch nicht nur dieser romantische Aspekt ist ein Grund für die Entscheider in der Region dazu zu sorgen, dass diese bedeutende Höhenburg nicht für private Luxuswohnungen geopfert wird.
 
Grotesk ist, dass die Stadt Kelmis auf ihrer Homepage für die Burg mit den Worten wirbt: „Diese einzige erhaltene Höhenburg im Göhltal, im Volksmund “Emmaburg” genannt, ist eine der seltenen Höhenburgen des Herzogtums Limburg.“ (Zitat).
Warum sich niemand aus Politik, Verwaltung und regionalem Unternehmertum findet, dem diese Worte genug über die Relevanz für  den Erhalt der Burg bedeuten, ist nicht nachzuvollziehen.
Der Trend für den Ausverkauf von kulturell wichtigen Bauten scheint nach der Abrissgenehmigung des denkmalgeschützten Franziskaner-Kloster Sankt Ludwig im niederländischen Vlodrop (nahe Wassenberg) für eine indische Sekte, die darauf ihre Tempel  errichten möchte, in der Euregio begonnen zu haben.
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Re: Adieu Eyneburg

Beitragvon Norbert von Thule » 07.05.2015, 15:00

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